Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach einem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat.
Römer 8,28

Es war einmal ein Weihnachtsbaum,

der auf einer Lichtung stand. Er war so sehr damit beschäftigt zu wachsen, dass er weder die Sonnenstrahlen auf seinen Zweigen spürte noch das Zwitschern der Vögel wahrnahm. Jeder Jahr, wenn die Holzfäller in den Wald kamen, reckte und streckte er sich in der Hoffnung, auch gefällt zu werden.

Denn sein größter Traum war es, als Mast auf einem Schiff verbaut zu werden und so die ganze Welt zu bereisen. Und so träumte er vor sich hin – den ganzen Sommer lang. Als der erste Schnee fiel, kamen zwei Männer in den Wald, die den Tannenbaum begutachteten. Also streckte und reckte sich der Baum – und tatsächlich, die Männer nahmen ihren Axt und fällten den Baum.

Er hatte gar nicht gewusst, dass Fällen so weh tat. Er jammerte leise vor sich hin, als die Männer ihn hinter sich her ins Dorf zogen. Der Baum wurde schließlich in einem großen Raum aufgestellt, der mollig warm war. Doch statt sich darüber zu freuen, ärgerte er sich. Er wollte doch raus in die weite Welt!

Am nächsten Tag kamen wieder andere Menschen und der Baum schöpfte kurz Hoffnung. Doch statt ihn zu einem Schiff zu bringen, fingen sie an, ihn mit allerlei Kugeln und Figuren zu behängen und sie klemmten ihm Kerzenhalter an die Äste. Wieder war der Baum sauer. So hatte er sich das nicht vorgestellt.

Am Abend, als es draußen dunkel war und seine Kerzen brannten, kamen Kinder. Sie bestaunten den Baum und freuten sich an ihm. Da wurde es dem Baum ganz warm ums Herz, und er erkannte, was für ein glückliches Leben er hatte. Erst auf der Lichtung und hier bei dieser netten Familie, die ihn so bewunderte.

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Quelle: Hans Christian Andersen – Der Tannebaum

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