Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach einem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat.
Römer 8,28
Ein Professor namens M. Linden hat über die Verbitterung von Menschen geforscht. Sie fühlen sich permanent ungerecht behandelt und gekränkt. Auch ich kenne Menschen, die so sind und ganz egal, worüber man mit ihnen spricht, sie finden innerhalb kürzester Zeit zu ihrer Verbitterung zurück.

So frage ich mich, welche Brillen haben wir in unserem Leben auf der Nase?
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Sandra am 16. Juli 2015 / Impuls / Schlagworte: , , ,

Welche Brille hast Du auf der Nase?

(Ich möchte hier keine Depressionen klein reden, denn Depression ist eine Krankheit. Hier geht es um Menschen, die verbittert sind.)

Ein Professor namens M. Linden hat über die Verbitterung von Menschen geforscht. Sie fühlen sich permanent ungerecht behandelt und gekränkt. Auch ich kenne Menschen, die so sind und ganz egal, worüber man mit ihnen spricht, sie finden innerhalb kürzester Zeit zu ihrer Verbitterung zurück.

So frage ich mich, welche Brillen haben wir in unserem Leben auf der Nase?

Die rosarote Brille kennen wir alle: Frisch verliebt ist alles perfekt.
Die „normale“ Sonnenbrille steht dafür, dass wir das Leben genießen, im Sonnenschein.
Die schwarze Brille setzen wir auf, wenn wir trauern und uns vor den Blicken anderer verschließen möchten. Diese Brille ist nötig und sinnvoll, zur gegebenen Zeit.
Die Brille der Verklärung ist vielleicht hellblau, wir nehmen alles im oberflächlichen Sinne wahr. Wir nehmen wahr, was wir mit bloßem Auge erkennen, forschen aber nicht intensiver nach, was dahinter steckt.

Vielleicht könnt Ihr selbst diese Liste erweitern, je nach Erfahrungen.

Die Brille der Verbitterung ist für mich GRAU. Das Leben hat an Farbe und Strahlkraft verloren, wenn wir sie aufhaben. Man stellt sich dem Leben nicht mehr. Man hofft nicht mehr. Man will nichts mehr aufarbeiten. Nichts mehr zulassen. Alles bleibt fade.

Wenn man den Leuten, die diese Brille tragen, von Gott erzählt, wie sehr er liebt und wie sehr er helfen möchte, dann bekommt man Antworten wie z.B.:  „ist mir doch egal“, „glaube ich nicht“, „kenne ich nicht“, „mich kann Gott doch eh nicht lieb haben“ …

Hilfsangebote werden abgelehnt. Manchmal verstricken sich Menschen sogar in Lügengeschichten. Halten eine Scheinwelt aufrecht. Trinken zuviel Alkohol. Geben sich Süchten hin.

Professor Linden sagt, man hat diesen Menschen etwas beigebracht, das für sie selbst zum Glaubenssatz wurde. Und wenn dieser Glaubenssatz, der ihrer Identität Halt und Rahmen gibt, verletzt wird, verbittern sie. Ohne neue Glaubenssätze, die man erarbeiten muss (!), kann hier keine Veränderung stattfinden.

Wenn Dir also jemand immer wieder gesagt hat, dass Du „scheisse“ bist, brauchst Du jemanden, der Dir immer wieder sagt, dass Du SUPER bist. Das können Menschen sein, aber es kann auch Gott sein, wenn Du ihm zuhörst.

Als Antwort Gottes fallen mir dazu die Seligpreisungen ein. Nachzulesen unter Matthäus 5.

Wer sich vornimmt, sich verändern zu lassen, kann auf jeden Fall Veränderung auch erfahren, davon bin ich fest überzeugt. Dass das lange Zeit beanspruchen kann, ist auch klar. Bei vielen Leuten geht es auch nicht ohne professionelle Hilfe. Wenn Du das Gefühl hast, dass das, was Du da liest, auf Dich zutrifft, lass Dir helfen!!!!!

Was steht in der Bibel, wer selig ist?!

  • Arm im Geist.
  • Trauernd.
  • Sanftmütig.
  • Nach Gerechtigkeit hungernd und dürstend.
  • Barmherzig.
  • Die ein reines Herz haben.
  • Friedensstifter.
  • Die um Gerechtigkeit willen Verfolgten.

Nehmen wir mal etwas, das für jedermann nachvollziehbar sein dürfte. Nehmen wir mal an, du versuchst, einen Monat lang barmherzig zu sein. Jeden Tag. Egal, was Dich ärgert, egal, wer Dich ärgert. Egal, was Dich umtreibt. Sei sofort barmherzig. Akzeptiere, was Dir passiert. Verurteile niemanden. Hab ein liebendes Auge auf Dein Gegenüber. Einen Monat lang. Und dann schau, was mit Dir passiert. Das ist nichts, was wir direkt in einer schweren Krise ausprobieren sollten. Denn die üblichen Verarbeitungsprozesse, die am Anfang stehen, dürfen niemals weggelassen werden.

Wut, Hass, Verachtung, Trauer, Zorn, Verzweiflung, sind wichtig. Auch in vergleichsweise kleineren Katastrophen haben all diese Gefühle ihre Berechtigung. Aber irgendwann dürfte jeder spüren, dass er eigentlich nicht darin verharren will. Dann ist es Zeit für Experimente, damit das Leben wieder schön werden kann. Mancher Schmerz wird uns nie verlassen. Mancher Verlust uns immer begleiten. Manche Krise ein wesentlicher Teil von uns bleiben. Aber es ist wertvoll, sich auf ein „Trotzdem“ einzulassen.

Ich bin Gott so dankbar, dass er immer bei mir ist. Und dass er mich aus vielen verschiedenen Krisen herausgeholt hat. Selig sind die Barmherzigen. Ich erwische mich immer wieder, wie ich unbarmherzig bin. Und dann erwische ich immer wieder Gott, der mir zuruft: Sei barmherzig.


Über Sandra

Ich bin Sandra, Jahrgang 1972, ich darf hier seit einiger Zeit die Blogbeiträge sprechen und tue dies von Herzen gern. Finde ich cool, dass Gina mich nun auch mal einen Text schreiben lässt. Möge der Herr alle Leser und Hörer segnen.
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